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Die Initiative für Arbeitslose im Bistum Trier

Aktion Arbeit


Neue Vorsitzende bei der Erwerbslosen-Selbsthilfe in Püttlingen

Die ehemalige Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Vorsitzende der Erwerbslosenselbsthilfe in Püttlingen.

Den Verein begleitet Frau Kramp-Karrenbauer, die selbst gebürtig aus Püttlingen stammt, schon seit seiner Gründung vor fast 40 Jahren.

Beim letzten Besuch von Andrea Steyven (Geschäftsführerin der Aktion Arbeit) bei der ESH gab es nach einem Austausch über die zukünftigen Herausforderungen in der Arbeitsmarktpolitik noch ein Blümchen zum Abschied und ein Gruppenfoto.

 

Ein ausführlicheres Interview mit Frau Kramp-Karrenbauer folgt demnächst an dieser Stelle.


TAFF Broschüre

Nicht nur die Rückmeldungen zu den vielen unbesetzten Ausbildungsstellen und dem Fachkräftemangel haben uns im Jahr 2019 dazu bewogen, die Kampagne „TAFF – Talente flexibel fördern“ durchzuführen.

Insbesondere ging es uns hierbei um die vielen jungen Menschen, denen aus den unterschiedlichsten Gründen der Weg in ein existenzsicherndes Berufsleben nicht gelingt.

Gemeinsam mit erfahrenen Beschäftigungsträgern im Bistum Trier haben wir überlegt, was zu tun ist. Daraus entstanden sind sechs Modellprojekte, in denen die Beschäftigungsträger Unterstützungsangebote konzipieren und ausprobieren konnten, die über das hinausgehen, was in den Maßnahmen der Agentur für Arbeit vorgegeben ist.

Hierbei haben wir große Solidarität erfahren von den Menschen in unserem Bistum, die für die Finanzierung dieser Maßnahmen gespendet haben. Unterstützt hat uns auch unser Bischof, Dr. Stephan Ackermann als Schirmherr der Kampagne. Er hat alle Spenden für TAFF aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls verdoppelt.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Projekten haben wir zusammengetragen und daraus resultierende Handlungserfordernisse formuliert. Das Ergebnis dieser Arbeit finden Sie in unserer Broschüre. Die Broschüre als PDF Datei finden Sie  hier.

  • Arbeitslos in Zeiten von Corona, Denkanstöße der Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeitslosenpastoral

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeitslosenpastoral ist ein Zusammenschluss von Betriebs- und Arbeitslosenseelsorger* innen, Verantwortlichen von Beschäftigungs- und Qualifizierungseinrichtungen sowie von Sozialverbänden in zehn Diözesen. Die Mitglieder arbeiten seit sehr vielen Jahren für und mit arbeitslosen Menschen – aus diesem Engagement heraus nehmen sie Stellung.

    Arbeit ist Ausdruck der Würde des Menschen. Arbeit ist identitäts- und sinnstiftend und – vor allem in Form der Erwerbsarbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit. Für viele, wenn nicht die meisten Menschen, ist die berufliche Arbeit die Grundlage ihres Selbstwertgefühls, ihres Rückgrats. Geht der Arbeitsplatz verloren, verliert man den Boden unter den Füßen. Das Selbstbewusstsein wird mit jeder vergeblichen Bewerbung kleiner. Nicht genutzte Fähigkeiten verkümmern. Wir stimmen mit Papst Franziskus überein: "Es gibt keine schlimmere materielle Armut als die, sich das tägliche Brot nicht zu verdienen und der Würde der Arbeit beraubt zu sein“.

    Im zweiten Jahr mit Corona scheint manchmal ein neues, anders konditioniertes Bewusstsein gefragt. Eigenschaften, die vorher für ein soziales Gelingen notwendig waren, werden überflüssig, ja, vielleicht sogar gefährlich. Spontanität, Hilfsbereitschaft, Kontaktfreude stellen eher ein Risiko dar. Kirchen, soziale Einrichtungen, Ämter, etc. blieben lange Zeit geschlossen.

     

    Grundsätzliches

    • Die neue Arbeitslosigkeit wurde maßgeblich durch die Corona-Pandemie ausgelöst. Arbeitslose und Menschen in der Grundsicherung sind die großen Verlierer. 
    • Regierungen und Parlamente von Bund und Ländern haben die Tragweite der Krise früh erkannt und unverzüglich Hilfen in Form von „Kurzarbeitergeld“ in einem bisher nicht für möglich gehaltenen Umfang bereitgestellt.
    • Nicht nachvollziehbar ist, dass es trotz der offensichtlichen Mehrbedarfe der arbeitslosen Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, bislang an einer gezielten Unterstützung ausgerechnet für sie fehlt.
    • Arbeitslose und Menschen in der Grundsicherung verfügten in der Regel über keinerlei Rücklagen und viele von ihnen zählen zu den sogenannten Risikogruppen.
    • Beziehende von Hartz IV und Altersgrundsicherung kamen schon vor Corona kaum über den Monat und lebten teilweise unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Situation für die Betroffenen noch einmal verschärft.
    • Das Kurzarbeitergeld wird zu Recht mit zunehmender Dauer aufgestockt, damit die Menschen unbeschadet durch die Corona-Pandemie kommen. Wer das Kurzarbeitergeld aufstockt, der müsste auch das Arbeitslosengeld und die Grundsicherung aufstocken.

     

     

    Beobachtungen

    Viele arbeitslose Frauen und Männer haben sich ganz zurückgezogen, kommen wenig vor die Tür, Kommunikation findet kaum statt. Sie kämpfen mit Depression und ziehen sich zurück. Aufgrund der fehlenden Kontakte und Begegnungen leiden viele unter großer Unzufriedenheit und extremer Einsamkeit – entsprechend groß ist die Nachfrage nach analogen Hilfsangeboten wie z.B. „walk & talk“ („spazieren und reden“). Wir beobachten in der Pandemie eine Mehrfachbelastung von Frauen in den Berufssparten Erziehung, Schule, Pflege sowie im Familienmanagement zuhause (Kinder und Großeltern). Gerechtigkeitsdefizite zwischen den Geschlechtern und niedrige Entlohnungen werden erneut offenbar.

     

    Jugend & Auszubildende

    Schon vor Corona waren ca. 5% der Schulabgänger*innen ohne adäquate Lese- und
    Schreibkompetenz. Die Gründe dafür sind vielfältig. Meist ist es nicht der Mangel an Begabung, vielmehr sind es meist soziale und/oder Lerndefizite. Hier ist die Corona-Pandemie nicht die Ursache, aber sie verstärkt das Problem. Die „Bildungsschere“ geht noch weiter auseinander, Schüler*innen aus bildungsfernen Schichten fallen leistungsmäßig noch weiter zurück. Zudem sind Kontakte zu Sozialarbeiter*innen durch Corona reduziert. Es gibt kaum Praktikums- und zu wenig passende Ausbildungsplätze.
    Neben dem Zugang zur notwendigen Hardware für das Lernen zu Hause sind persönliche Kontakte und die praktische Unterstützung dieser Jugendlichen wichtig.

    Ebenfalls bereits vor der Krise hat die Zahl der Ausbildungsabbrüche kontinuierlich zugenommen. Zuletzt lag sie bei über 25 Prozent. Viel zu viele Jugendliche befinden sich im sogenannten Übergangssystem, einem Maßnahmensystem, das für die Betroffenen meist nicht in Arbeit endet. Viele Betriebe haben sich während der Krise vom Ausbildungsmarkt zurückgezogen. Auf der Strecke bleiben vor allem diejenigen, die es schon vor der Krise sehr schwer hatten. Mögliche Hilfen wären ein stärkeres personelles Unterstützungsangebot sowie die Schaffung einer Ausbildungsplatzgarantie. Zudem sollten niedrigschwellige Ausbildungsgänge (Fachwerker*in / Fachpraktiker*in) angeboten werden in den Branchen, in denen es möglich ist und die Ermöglichung einer Ausbildung trotz fehlender Berufsreife (Nachholen der Prüfung während der Ausbildungszeit).

     

    Prekär Beschäftigte & Neu-Arbeitslose

    Prekär Beschäftigte – insbes. Minijober*innen, Leiharbeiter*innen, Scheinselbstständige,
    Studierende und vorwiegend von Frauen ausgeübte Berufe sind stark betroffen.
    Für Qualifizierte und Menschen aus Branchen, die noch nie von Arbeitslosigkeit betroffen oder auf staatliche Unterstützung angewiesen waren, war die derzeitige Situation nicht vorstellbar. (Selbstständige, Wirte, Künstler*innen, Kleinunternehmer*innen, Ingenieur*innen und Mitarbeitende in der Automobilindustrie; Mitarbeiter*innen bei den Fluggesellschaften usw.) Zwar werden bei den Gewinnern der Krise auch neue Jobs geschaffen, beispielsweise in der Logistikbranche, aber diese sind durchschnittlich deutlich schlechter bezahlt als die in der Industrie verloren gegangenen.

     

     

    Unsere Sicht, Ideen und Vorschläge

    • Wir sind besorgt um die Menschen, die zu den Verlierern der Krise gehören. Gerade sie dürfen nicht aus den Augen verloren werden. Die zunehmende Spaltung in Arm und Reich, Hochqualifizierte und prekär Beschäftigte und die Entstehung von Parallelgesellschaften in der Arbeitswelt verlangt den weiteren Ausbau eines Arbeitsmarkts, der auch weniger leistungsfähige Menschen integriert – mit hohen Sozial- und Arbeitsstandards.
    • Der durch das Teilhabechancengesetz umrissene "Soziale Arbeitsmarkt" weist in die richtige Richtung. Wir wollen seine Entfristung und die Unterstützung der Arbeitgeber - sowohl gemeinwohlorientiert als auch gewerblich.
    • So wie andere Branchen nicht nur in Krisenzeiten gestützt werden, sei es Landwirtschaft, Gastronomie, Einzelhandel oder Kultur, muss auch die Infrastruktur zur Betreuung (langzeit-) erwerbsloser Menschen aufrechterhalten und gefördert werden. Sie wird bei gestiegener Arbeitslosigkeit, verursacht durch Corona und Strukturwandel, noch stärker als zuvor benötigt.
    • Die durch Corona beschleunigte Digitalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft überfordert viele Menschen. Niemand darf zurückgelassen werden.
    • Es wird nach der Krise wichtig sein, die Unterstützungsleistungen der Lebensrealität der Menschen anzupassen.
    • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für arbeitslose Menschen müssen sowohl zeitlich wie finanziell an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden.
    • Unser Wirtschaftssystem muss zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Daher gilt es, die Diskussionen um alternative Modelle wie solidarisches Wirtschaften, (bedingungsloses) Grundeinkommen und kapital- oder steuerfinanzierte Rentensysteme kritisch zu begleiten und mitzugestalten.
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    Verabschiedet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeitslosenpastoral am 1. Juli 2021

    Mike Gallen München
    Angelika Fuchs Salzburg
    Hans Gilg Augsburg
    Kristina Hamm Herzogenrath
    Martin Jahn Aalen
    Hans-Peter Mayer Stuttgart
    Michael Ohlemüller Rüsselsheim
    Berthold Santjer Erkrath
    Bruno Schumacher Darmstadt
    Ludwig Stauner Aschaffenburg
    Andrea Steyven Trier
    Petra Zehe Bamberg

Neuer Ansatz in der Arbeitsmarktpolitik gefordert

Aktion Arbeit im Bistum Trier reagiert auf Ampel-Koalitionsvertrag

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Menschen, die es bisher nicht geschafft haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, helfe es nicht, „Hartz IV“ in „Bürgergeld“ umzubenennen, meint die Aktion Arbeit im Bistum Trier. Dass das Wort „Langzeitarbeitslose“ im Koalitionsvertrag der Ampel überhaupt nicht vorkomme, zeige einmal mehr das fehlende Interesse am Millionenheer der Langzeitarbeitslosen.

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, bleibe trotz neuem Namen dem Grundsatz der Hartz-Reformen verhaftet; durch genügend „Fordern und Fördern“ könne man jeden dazu bringen, seinen Lebensunterhalt mit seiner Hände Arbeit zu sichern: „Nicht nur bei den Verantwortlichen für den Koalitionsvertrag und in der Politik allgemein herrschen viele Fehlvorstellungen über die Lebenswirklichkeiten der Menschen, die im Leistungsbezug landen“, so der Bischöfliche Beauftragte für die Aktion Arbeit im Bistum Trier, Hans Günther Ullrich, im Namen der kirchlichen Arbeitsloseninitiative. Bei Langzeitarbeitslosen gehe es meist „nicht ums Nicht-Wollen, sondern ums Nicht-Können”, ergänzt Andrea Steyven, Geschäftsführerin der Aktion Arbeit. Das erlebe man in der konkreten Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen immer wieder. Der Versuch, mit immer neuen Maßnahmenpaketen oder jetzt massiven Weiterbildungsangeboten Menschen auf einem Arbeitsmarkt zu integrieren, auf dem für sie kein Platz sei, müsse einer unbefristeten individuellen Förderung Platz machen. Wie ein solcher Ansatz konkret aussehen könne, hat die Aktion Arbeit beispielhaft in einem Modell dargestellt. Ein Schritt in die richtige Richtung sei die im Teilhabechancengesetz vorgesehene Entfristung der Förderung, urteilt die Arbeitsloseninitiative. In seiner bisherigen Form sei das Gesetz nur eines von vielen befristeten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gewesen. Damit sich für die betroffenen Menschen etwas ändere, müsse sich die Entfristung auf die Förderdauer für die einzelne Person beziehen.

Interview mit  Prof. Ruth Enggruber

“Es bräuchte eine Weiterentwicklung des Systems”

Ruth Enggruber ist Professorin für Erziehungswissenschaften an der Hochschule Düsseldorf und Expertin für die Themenfelder Jugendberufshilfe und Benachteiligtenförderung. Für TAFF hat unsere Kollegin Inge Hülpes  mit ihr über Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf, strukturelle Defizite im Berufsbildungssystem und Inklusion gesprochen.

Das komplette Interview lesen Sie in unserem neuen Newsletter (Link).

Aktion Arbeit: Bischof hat TAFF-Spendensumme verdoppelt

Rund 193.600 Euro fließen in die Förderung benachteiligter junger Menschen

Bistumsweit/Trier – Rund 96.800 Euro haben Privatpersonen und Unternehmen für die Kampagne TAFF – Talente flexibel fördern – der Aktion Arbeit im Bistum Trier gespendet. Allein beim TAFF-Benefizkonzert am Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen im vergangenen Dezember kamen rund 8.200 Euro zusammen. Bischof Dr. Stephan Ackermann hat den gesamten Betrag wie angekündigt aus den Mitteln des Bischöflichen Stuhls verdoppelt. Damit sind rund 193.600 Euro für die Unterstützung benachteiligter Jugendlicher auf ihrem Weg ins Berufsleben zusammengekommen. Über 200 junge Leute haben im Aktionszeitraum von der TAFF-Förderung profitiert. Wegen der Corona-Pandemie war das ursprünglich auf ein Jahr angelegte Projekt um weitere sechs Monate verlängert worden. Im Nachgang zur Kampagne will die Aktion Arbeit mit den sechs Kooperationspartnern Konsequenzen für das Handeln der Politik formulieren, die sich aus den gemeinsam gewonnenen Erkenntnissen ableiten. Die Marke TAFF soll als fester Bestandteil der Aktion Arbeit weiterentwickelt werden; es ist auch weiterhin möglich, für TAFF zu spenden.

Ohne alternative Finanzierung geht es nicht

„Der Bedarf an individueller Förderung für Jugendliche, die durch das Raster des klassischen Bildungssystems gefallen sind, nimmt deutlich zu“, erklärt Dr. Hans Günther Ullrich, Bischöflicher Beauftragter für die Aktion Arbeit im Bistum Trier. „Das hat das Resümee, das wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern gezogen haben, sehr deutlich gezeigt. Die vorhandenen öffentlichen Förderinstrumente reichen hier nicht aus – ohne alternative, zusätzliche finanzielle Förderung geht es nicht.“ Oftmals stünden kleineren Initiativen keine staatlichen Mittel zur Verfügung, wenn sie gezielt pädagogisch ausgefeilte und individuell auf die Bedürfnisse der jungen Klientel zugeschnittene Konzepte umsetzen möchten, bestätigt auch die Geschäftsführerin der Aktion Arbeit, Andrea Steyven. Die Arbeit von freien Trägern wie etwa dem Verein Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück e.V. (VBS) finanziert sich vorwiegend aus eigenen Produktionseinnahmen und Spendengeldern – öffentliche Zuschüsse erhält der Verein nicht. Die Jugendlichen, die dort eine Tischlerausbildung oder ein Praktikum absolvieren und an Sprach- und Bildungskursen teilnehmen, haben auf Anhieb keinen Einstieg in den Arbeitsmarkt gefunden; Grund dafür sind körperliche oder psychische Vorerkrankungen, persönliche Schicksalsschläge wie der Tod eines Elternteils, Lernschwächen oder Sprach- und Bildungsdefizite. Das VBS-Fazit der TAFF-Förderung: Trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise konnten vier von 17 dort geförderten jungen Menschen eine Ausbildung beginnen, zwei haben sogar eine feste Anstellung gefunden.

Konkrete Erfolge verzeichnen auch die übrigen fünf Projektpartner. So meldet Stefan Minning, Leiter der Beruflichen Integrationsdienste der Barmherzigen Brüder Saffig: „Vier von fünf jungen Menschen mit Behinderung, die bei uns den Ausbildungsgang Fachpraktiker Service in sozialen Einrichtungen absolviert haben, wurden von den Betrieben übernommen. Ohne intensive Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen.“ Der Bürgerservice Trier (BÜS) hat mit der Hilfe von TAFF eine halbe Psychologenstelle einrichten können. Die jungen Frauen und Männer, die dort eine Ausbildung absolvieren oder darauf vorbereitet werden, leiden zum Großteil an massiven psychischen Vorerkrankungen. Man könne nun viel schneller und gezielter auf individuelle Problemlagen eingehen als zuvor, berichtet Monika Berger von der BÜS-Geschäftsleitung. Darüber hinaus wurden verschiedene Trainingsformen, etwa ein Sozialkompetenz-Training, entwickelt; rund 150 junge Frauen und Männer haben davon profitiert. Der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück hat mit TAFF-Unterstützung einen Entscheidungsfindungsparcours konzipiert, in dem im Rahmen des Lernpatenprojekts über 30 Achtklässler der Realschule-Plus in Traben-Trarbach geschult wurden. „In dem Workshop geben wir den Jugendlichen Strategien an die Hand, die ihnen helfen herauszufinden, welche Stärken sie haben, und wie sie sinnvolle Entscheidungen für ihre berufliche Zukunft treffen“, erklärt Projektkoordinatorin Silke Heiseler. Im Saarland konnten 14 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 an dem Berufsorientierungsprogramm der Erwerbslosenselbsthilfe Püttlingen (ESH) teilnehmen. Das Format setzte sich aus Informationsveranstaltungen und individuellen Gesprächsangeboten zusammen. Der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr begleitete vier Absolventinnen des „Fit für die Pflege“-Programms bei ihrem Einstieg in die Ausbildung – zwei der Teilnehmerinnen konnten mit guten Ergebnissen abschließen.

Weitere Informationen zur TAFF-Kampagne und der Aktion Arbeit im Bistum Trier gibt es auf www.aktion-arbeit.de.

(ih)

Wie Corona den Ausbildungsmarkt bremst (Video)

Aktuell wurden zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr geschlossen. Ein Negativ-Trend, der seit 2008 anhält und sich durch die Corona-Krise dramatisch verstärkt. In Gastronomie und Touristik fallen mehr als die Hälfte der Ausbildungsplätze weg. Und wer heute nicht ausgebildet wird, fehlt morgen als Fachkraft.

Video vom 30.10.2020 (1:31 Min.) im ARD Morgenmagazin

 

"TAFF" eine Kampagne der AKTION ARBEIT im Bistum Trier für Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben

Es ist schwer zu verstehen, dass es trotz eines sehr großen Angebotes an Ausbildungsplätzen noch unversorgte Jugendliche gibt. Die Wahrnehmung in einem großen Teil der Öffentlichkeit scheint sich genau darauf zu beschränken. Bei der Gruppe der Jugendlichen, um die es in der Kampagne „TAFF“ gehen soll, handelt es sich nicht um Jugendliche, die „keinen Bock“ haben, die nicht wollen. Es geht hier um junge Menschen, die es aufgrund der Umstände, in denen sie leben, nicht besser können und denen ohne begleitende Hilfe der Schritt in ein Existenz sicherndes Berufsleben nicht gelingt.

Die Kampagne TAFF – Talente flexibel fördern – fördert ein Jahr lang sechs unterschiedliche Projekte, deren Ziel es ist, Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf eine gute Ausbildung zu ermöglichen und ihnen in schwierigen Übergangsphasen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

 

Bischof Ackermann verkündet Verlängerung der TAFF-Kampagne

Raum zum Leben und Lernen braucht Unterstützung

Sohrschied – Die TAFF-Spendenkampagne der Aktion Arbeit im Bistum Trier, die sich für junge Menschen in schwierigen Lebensphasen stark macht, wird bis zum Jahresende verlängert. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am vergangenen Donnerstag bei seinem Besuch im Verein Berufliches und Soziales Lernen (VBS) im Hunsrück verkündet. Die Freude darüber ist groß, und das nicht nur bei den acht jungen Männern, die dort eine Ausbildung zum Tischler absolvieren oder bald beginnen. Auch Sabine Bollhorst und Martin Mersch-Bollhorst, die sich dort seit Anfang der 1990er Jahre für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene einsetzen, sind erleichtert. Die Zusage bedeutet, dass sie zumindest einen Teil der Corona-bedingten Verluste wieder ausgleichen können. Dennoch ist die Situation weiterhin angespannt. Denn eines ist jetzt schon klar: Kann das erwartete Minus in der Kasse nicht in voller Höhe ausgeglichen werden, sieht es für die Zukunft des Vereins, der seit über drei Jahrzehnten jungen Menschen einen Start ins Berufsleben ermöglicht, düster aus. 

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TAFF vor Ort | Unsere Kampagnenpartner


Unsere Partner:

  • ESH Püttlingen, Unterstützung unversorgter Jugendlicher

    Seit 2011 führt die Erwerbslosenhilfe (ESH) das Berufsorientierungsprogramm "Entdecke Dein Talent“ des Ministeriums für Bildung und Forschung durch. Die MitarbeiterInnen der ESH arbeiten mit SchülerInnen der 7. und 8. Klassen einiger Gemeinschaftsschulen der Region mit dem Ziel, die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu senken. In diesem Rahmen erarbeiten sie zusammen mit den Jugendlichen ein Stärkenprofil, das mit dem Wunschberuf abgeglichen wird. Daraufhin gibt die ESH Empfehlungen, welches Praktikum und welche Ausbildung zum Profil passen. Dennoch fällt es vielen Jugendlichen schwer, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Mit der Hilfe von TAFF strebt die ESH eine Zusammenarbeit mit Schulen an, deren SchülerInnen das Berufsorientierungsprogramm (BOP) bei der ESH bereits abgeschlossen haben und inzwischen SchulabgängerInnen der 9. Klasse sind. In eine Ausbildung begleitet werden sollen jene, die keinen gesicherten oder einen schlechten Hauptschulabschluss haben und deren Bewerbungsbemühungen bisher erfolglos waren oder noch gar nicht erfolgt sind. Sie erhalten Unterstützung und Begleitung bei der beruflichen Orientierung mit dem Ziel, in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt, und auf die Aufnahme der neuen Tätigkeit vorbereitet zu werden.

    Ansprechpartnerin:
    Petra Margies
    Tel. 06898-69080-22
    E-Mail:  margies(at)esh-puettlingen.de
    https://www.esh-puettlingen.de/

  • Bürgerservice Trier, Psychologenstelle als Unterstützungsangebot

    Als größtes und ältestes Inklusionsunternehmen in der Region Trier ist die BÜS gGmbH Trägerin von verschiedensten arbeitsmarktpolitischen Projekten (AMP), v.a. für die Zielgruppen Jugendliche, Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose
    und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Die Anzahl junger Menschen in diesen Projekten, die erhebliche psychische Probleme und Erkrankungen aufweisen, hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Der Auftrag der Kostenträger, diese jungen Menschen auf eine Ausbildung vorzubereiten, sie zu qualifizieren, auszubilden und während der Ausbildung zu begleiten, um ihnen somit eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, kann mit dem hierfür bereitgestellten Personal (Fachanleitungen, Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte) nicht mehr zufriedenstellend geleistet werden. Zielgruppe des TAFF-Projektes sind daher Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf, die z.T. massive psychische Problemlagen aufweisen, die sie daran hindern, ihr Leben zu meistern sowie berufliche Perspektiven zu entwickeln und zu verfolgen. Mit den von der Aktion Arbeit für TAFF zur Verfügung gestellten Projektmitteln sollen die bereits bestehenden Unterstützungsstrukturen so weiterentwickelt werden, dass sie dem besonderen Bedarf dieser sich ständig vergrößernden Zielgruppe noch besser gerecht werden, damit sie trotz vielfältiger Beeinträchtigungen den Weg in eine nachhaltige berufliche Zukunft finden. Dies soll durch die Einstellung und Beschäftigung einer/eines Psychologin/Psychologen erreicht werden.

    Ansprechpartnerin:
    Monika Berger
    Tel. 0651-8250-160
    E-Mail: monika.berger(at)bues-trier.de
    https://www.bues-trier.de/startseite.html

  • Barmherzige Brüder Saffig, Fachpraktiker Service in sozialen Einrichtungen (FP SiSE)

    Die Ausbildung zum „Fachpraktiker Service in sozialen Einrichtungen“ nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bildet junge Menschen mit Lernbehinderungen in sozialen Einrichtungen zur Unterstützung der Serviceprozesse im Pflegealltag aus (Stationshilfen). Die „offizielle“ Unterstützung der Auszubildenden endet jedoch mit dem Ablegen der Abschlussprüfung und wird nicht weiter finanziert. Aus unserer Erfahrung wissen wir aber, dass die Jugendlichen just zu diesem Zeitpunkt dringend Unterstützung brauchen. Denn gerade der Übergang von der Ausbildung in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung birgt die Gefahr des Scheiterns, weil die jungen Menschen und die Ausbildungsbetriebe von jetzt auf gleich ihre Unterstützung und ihre vertrauten Ansprechpartner verlieren. Mit TAFF wird die Unterstützung der Jugendlichen durch regelmäßige externe Anleitung, modulare Fortbildungen und Jobcoaching in dieser schwierigen Phase gewährleistet. Die Förderung durch TAFF soll die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen unterstützen und dabei helfen selbstständig zu werden, um eine langfristige Eingliederung in den neuen Beruf zu ermöglichen.

    Ansprechpartner:
    Stefan Minning
    Tel. 02632-491053
    E-Mail: s.minning(at)bb-saffig.de
    www.bb-saffig.de/bbsaf/index.php

  • Caritas Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., Ausbildungspatenschaftsprojekt an der Realschule Plus in Traben-Trarbach

    Die Grundidee des Projektes war es, die Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus in Traben-Trarbach bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen. Dabei bewährte sich das Projekt als gute Orientierungshilfe. Nun soll es geöffnet werden für junge Menschen außerhalb der Schule. Es hat sich zudem gezeigt, dass es jungen Menschen zunehmend schwer fällt, Entscheidungen zu treffen – und das in einer Lebensphase, in der wichtige Weichen gestellt werden. Daher soll das Projekt um den Baustein „Entscheidungsfindung“ erweitert werden. Dabei sollen Strategien erarbeitet werden, die den Jugendlichen helfen, wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Zusätzlich sollen die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter den
    Jugendlichen bei Bedarf während der gesamten Ausbildungszeit zur Verfügung stehen, damit Schwierigkeiten rechtzeitig erkannt und bearbeitet werden können, denn nur so können drohende Ausbildungsabbrüche verhindert werden. Im optimalen Fall
    können die jungen Menschen von der Entscheidungsfindung bis hin zum Start in die berufliche Tätigkeit von ihren ehrenamtlichen Ausbildungspaten begleitet und unterstützt werden.

    Ansprechpartnerin:
    Silke Heiseler
    Tel. 06531 9660-0
    E-Mail: s.heiseler(at)caritas-meh.de
    http://www.caritas-mosel-eifel-hunsrueck.de/

  • Verein Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück e. V., Bildungs- und Berufsvorbereitungsmaßnahme

    Der gemeinnützige Verein Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück e. V. (VBS) wurde 1984 gegründet, um sich für die berufliche und persönliche Bildung von Benachteiligten einzusetzen. Trotz guter Arbeitsmarktlage gab und gibt es immer noch viele junge Menschen, die die Hürden auf dem Weg in eine Berufsausbildung nicht auf Anhieb überwinden können. Häufig hat eine belastende Situation im Elternhaus zu einer psychischen Instabilität geführt, die die Schullaufbahn beeinträchtigt. Hier setzt der Verein Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück an. In dem Projekt, das durch TAFF unterstützt wird, soll es um das Aufarbeiten schwerwiegender Bildungsdefizite oder psychosozialer Probleme gehen, um diese Jugendliche auf die Aufnahme einer Ausbildung vorzubereiten. Am Projekt sollen junge Menschen teilnehmen, die in der Schule schwach oder auffällig waren und deshalb keinen qualifizierten Abschluss erreichten. Ausgewählt werden sie in Absprache mit Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern oder auch auf eigenen Wunsch. So werden Jugendliche erreicht, die bereits durch viele Raster gefallen sind oder vom Bildungssystem gar nicht erfasst werden, weil sie keinen Rechtsanspruch auf Bildung haben, wie zum Beispiel Geflüchtete.

    Ansprechpartnerin:
    Sabine Bollhorst
    Tel. 06763 534
    E-Mail: info(at)vbs-sohrschied.de
    https://www.vbs-sohrschied.de/

  • Caritas Rhein-Mosel-Ahr e.V., Ausbildungsbegleitung in der Alten- und Krankenpflege

    Das Projekt „Fit für die Pflege“ wurde vom Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr schon zum siebten Mal erfolgreich durchgeführt. Es hat zum Ziel, langzeitarbeitslose Menschen, die Interesse an einer Tätigkeit im Bereich der Alten- und Krankenpflege haben, für die spezifischen Anforderungen dieses Arbeitsfeldes zu sensibilisieren und auf eine Ausbildung vorzubereiten. Darüber hinaus soll die Sozial-und Persönlichkeitskompetenz der Teilnehmenden gefördert werden. In dieser Gruppe gibt es immer wieder junge Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen, die erhebliche sprachliche Defizite haben. Die Teilnehmendenstruktur hat sich in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass der Anteil der Menschen mit großen sprachlichen Defiziten knapp 80 % beträgt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Situation massive Probleme im Berufsschulunterricht mit sich bringt und der Verbleib in der Ausbildung häufig nur mit erheblichem persönlichem Engagement der Mitarbeitenden aus „Fit für die Pflege“ möglich war. Genau hier setzt das Projekt „Ausbildungsbegleitung in der Alten- und Krankenpflege“ an. Den ehemaligen „Fit für die Pflege“-Teilnehmenden soll die Möglichkeit gegeben werden, zweimal wöchentlich in Form einer speziellen Nachhilfe die in der Berufsschule vermittelten Inhalte zu wiederholen, und zwar so, dass sie für die Auszubildenden verständlich werden. Eine Mitarbeiterin des Projekts, die die Teilnehmenden schon mehrere Monate betreut hat, steht dafür zweimal wöchentlich zur Verfügung. Darüber hinaus wird sie in engem Kontakt zu den Lehrfachkräften sowie zu den Praxisanleitungen in den Ausbildungsstellen stehen, um drohende Ausbildungsabbrüche
    frühzeitig zu erkennen und letztlich zu verhindern.

    Ansprechpartnerin:
    Eva Pestemer
    Tel. 02651-9869-153
    E-Mail: meurer-g(at)caritas-mayen.de
    http://www.caritas-rhein-mosel-ahr.de/


AKTION ARBEIT IM BISTUM TRIER

Die Aktion Arbeit als Initiative des Bistums Trier wurde 1983 vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen vom damaligen Bischof Dr. Hermann Josef Spital ins Leben gerufen - Damals ging man davon aus, dass es sich um ein vorübergehendes Phänomen handeln würde…

Auch wenn sich der deutsche Arbeitsmarkt in den zurückliegenden Jahren insgesamt positiv entwickelt hat, zeigt sich die Sockelarbeitslosigkeit weiter unverändert. Der Anteil der Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit an der Gesamtarbeitslosenzahl steigt weiter an. Die Chancen auf eine dauerhafte Vermittlung dieser Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt sind gering.

Grundanliegen der Aktion Arbeit ist es, Menschen beim Einstieg bzw. Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit zu helfen, über Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit aufzuklären und sich mit Projekten und Vorschlägen an einer aktiven Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu beteiligen.